Ernährung in der Schwangerschaft

Checkliste: Essen in der Schwangerschaft

Als werdende Mama fühlt Frau sich wie ein rohes Ei und ist verunsichert: Was darf ich noch in welcher Form essen?

Milch?

Fleisch?

Fisch?

Gewürze?

Gemüse?

Obst?

Der Frauenarzt gibt zwar Tipps und Hinweise, doch hier möchte ich euch meine Checkliste vorstellen, was es zu beachten gilt, um die Gesundheit des werdenden Babys zu unterstützen und die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten.

Ernährung in der Schwangerschaft

Don’t

1. Rohmilch

In der Schwangerschaft sind Rohmilch und nahezu alle Rohmilchprodukte wegen einer möglichen Ansteckung mit Listeriose tabu. In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, Rohmilchprodukte als solche zu kennzeichnen, d.h. wenn der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde, dann muss dies angegeben sein (umgekehrt heißt das: wenn nichts angegeben ist, ist der Käse aus pasteurisierter Milch und darf uneingeschränkt verzehrt werden). Ausnahme: Beim Weichkäse und Schimmelkäse aus pasteurisierter Milch wie pasteurisiertem Brie und Camembert sollte die Rinde nicht verzehrt werden, da sich trotz Pasteurisierung dort Listerien-Bakterien anreichern können. D.h. die Rinde bitte abschneiden.

Bergkäse, der meistens aus Rohmilch hergestellt wird, darf wegen der langen Reifung verzehrt werden. Jedoch bitte auch hier die Rinde abschneiden und nicht verzehren.

Rohmilchkäse, Camembert, Brie, Schimmelkäse und Rohmilchprodukte welche auf min. 70° vor dem Verzehr erhitzt werden (wie z.B. auf einer Pizza) können verzehrt werden, da so alle Keime abgetötet werden.

2. Rohes Fleisch

Rohes Fleisch und Wurstwaren aus rohem Fleisch  sind aufgrund von Listeriose (alle Fleischsorten) und Toxoplasmose (insbesondere Schwein und Lammfleisch) während der Schwangerschaft tabu.

Auch halbgares Fleisch (Steak medium oder medium rare) sollte nicht verzehrt werden: das Innere des Steaks sollte min. 70° erreichen.

3. Leber

Leber und Leberprodukte sind wegen des hohen Vitamin A-Gehalts und der Belastung mit Schadstoffen während der Schwangerschaft tabu.

Übrigens gibt es Unterschiede zwischen Vitamin A und Provitamin A. Vitamin A ist nur in tierischen Erzeugnissen vorhanden und kann vom Körper bei Überdosierung kaum ausgeschieden werden. Provitamin A ist nur in pflanzlichen Erzeugnissen und ist eigentlich  nur eine Vorstufe zum Vitamin A: es reichert sich im Körper n i c h t an, weshalb es in der Schwangerschaft unproblematisch ist. Als Faustregel gilt deshalb: Zu viel tierisches Vitamin A wie z.B. aus Leberprodukten ist tabu,  pflanzliches Vitamin A gilt als unbedenklich.

4. Roher Fisch

Roher Fisch, rohe Meeresfrüchte und Rohfischprodukte wie z.B. Sushi, Räucherlachs, Räucherforelle, Matjes, rohe Garnelen usw. sind während der Schwangerschaft tabu. Auch kann Fisch, der am Ende der Nahrungskette steht (Thunfisch, Schwertfisch) mit Schwermetallen wie z.B. Quecksilber belastet sein und sollte deshalb nur in geringen Mengen (max. einmal bis zweimal im Monat) gegessen werden. Auch Muscheln können mit Giftstoffen belastet sein. Hier gilt selbiges wie für Thunfisch und Schwertfisch.

5. Rohe Eier

Rohe Eier, weichgekochte Eier, Spiegeleier und Lebensmittel aus rohen Eiern sollten wegen einer möglichen Salmonellenbelastung vermieden werden. Rohe Eier stecken z.B. auch in Schokoladenmousse (eher bei gehobener Küche, Ware aus dem Kühlregal ist meistens unbedenklich, da pasteurisierte Eier verwendet werden), selbstgemachte Mayonnaise, manche Tortencremes (einfach im Zweifel nachfragen) und in manchem Eis in Cafés und Eisdielen (Eis aus dem Tiefkühlfach des Supermarktes ist unbedenklich).

6. Übermässiger Konsum von Gewürzen und Kräutern

Hier liegt die Betonung auf übermäßig. Das sind Dosen, wie sie üblicherweise nicht verzehrt werden. Es sollten z.B. keine 5 volle Büsche Basilikum verzehrt werden, da sonst die Gebärmutter stimuliert werden könnte. Bei einer Verarbeitung zum Pesto als Nudelsoße ist Basilikum absolut unbedenklich. Selbiges gilt für Majoran, Oregano, Bärlauch, Petersilie, Knoblauch usw..

Auch Gewürze wie z.B. Zimt können uneingeschränkt in normalen Dosen (wie z.B. Kekse, Gebäck usw.) gegessen werden. Alles in Maßen und nicht löffelweise, da dann eine negative Wirkung auf den Körper ausgehen kann, wie z.B. vorzeitige Wehen oder Auslösung einer Fehlgeburt.

7. Chinin- und koffeinhaltige Getränke

Chinin ist vor allem in Bitterlemon- und Ginger Ale-Getränken enthalten und sollte nicht in einem hohen Maße getrunken werden. Koffeinhaltige Getränke sind: Kaffee, schwarzer und grüner Tee und Energy Drinks. Energy Drinks sollten komplett vom Getränkeplan verschwinden. Bei Kaffee, schwarzem und grünem Tee sind 2 Tassen pro Tag erlaubt.

Do

Bei der Do-Liste wird es schon wesentlich einfacher: hier gilt das, was oben nicht ausgeschlossen ist und schmeckt, ist erlaubt. Es sollten viele Ballaststoffe aus Getreide- und Vollkornprodukten, viel Gemüse und viel Obst gegessen werden. Guter Käse, Milchprodukte, gegarter Fisch und wertvolle Öle sollten ebenfalls auf dem Speiseplan stehen. Natürlich sind auch süße Sünden erlaubt –  ich denke, jede schwangere Frau kennt plötzliche und unerklärliche Gelüste :). Aber selbstverständlich alles mit Verstand und in Maßen nicht in Massen.

Ernährung in der Schwangerschaft

 

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7 Gedanken zu “Checkliste: Essen in der Schwangerschaft

  1. instylequeen schreibt:

    Uhhhhhhhhhhhiiiiiiiiiiiiiiii……….. ich glaube ich wäre immer auf ALLES in der Schwangerschaft scharf, was ich nicht essen darf. Vor allem SUSHI würde ich schmwerzlich vermissen. aber dafür bekommt Frau nach der Schwangerschaft ja auch etwas wunderbares. Ich wünsche dir weiterhin eine tolle Schwangerschaft.
    Liebe Grüße
    http://www.instylequeen.de/

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  2. Lilly schreibt:

    Ich bin zwar nicht schwanger und hab damit auch noch ein bisschen Zeit, aber interessant finde ich deinen Post trotzdem! Gut zu wissen 🙂 Ich stimme instylequeen über mir aber zu: Klingt zwar schon hart, aber dafür hat man am Ende ja auch was davon, was den ganzen Ärger wert war… Hoffentlich 😀 Auch von mir Viel Glück!

    Lieben Gruß,
    Lilly

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  3. marylou2101 schreibt:

    Hallo,

    wirklich eine ganze Menge die man beachten muss. Da ich weder Fleisch noch Milch esse, wäre es für mich keine große Umstellung. Auch Eier verzehre ich nur in Form von Backwaren.

    Liebste Grüße
    Mary

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