Autogenes Training zur Geburtsvorbereitung

Ihr Lieben – ich bin wieder zurück… Nach sage und schreibe acht sehr spannenden und ereignisreichen Monaten voller Glück und neuen tollen Dingen, die ich mit meiner kleinen Tochter erleben und kennenlernen durfte. Ich habe mir bewusst sehr viel (Aus-)Zeit genommen, um mich auf die neue Rolle gut einzustellen und einmal alles auf mich „einwirken“ zu lassen.

Zurück bin ich mit einem Thema, das ich für alle werdenden Mamas von euch für sehr spannend halte: Autogenes Training zur Geburtsvorbereitung. Es gibt verschiedene Vorbereitungstypen für die Geburt: die klassischen , die einen Geburtsvorbereitungskurs machen und damit gut fahren oder die risikoliebenden, die keinen einzigen Kurs machen und damit auch gut fahren. Ich bin der Zwischentyp: ein klassischer Geburtsvorbereitungskurs kam für mich nicht in Frage, aber ich behalte gerne die Kontrolle über alle Geschehnisse. Warum ein Geburtsvorbereitungskurs für mich nicht in Frage kam? Nun ja – ich habe mich ausführlich mit den Inhalten vertraut gemacht, Freundinnen befragt und abgewogen. Eine Geburt ist nunmal ein Prozess, auf den Frau sich nicht direkt mit Anleitungen vorbereiten kann. Dies kann Frau schon daran erkennen, dass auf die Frage „Wie war deine Geburt?“ nur unterschiedliche Antworten folgen. Atemübungen kannte ich aus dem Yoga und – mal ehrlich gesagt – wer schafft es während einer (Eröffnungs-)Wehe tief in den Bauch zu atmen? Richtig. Niemand! Deshalb atmet Frau schon intuitiv kurz und flach und in den Wehenpausen tief. All diese Gründe haben mich dazu bewegt, ein eigenes „Geburtsvorbereitungsmodell“ zu entwickeln: Sich dessen bewusst zu sein und sich auch bewusst darauf einzulassen, dass eine Geburt nicht kalkulierbar ist und – das autogene Training.

Allgemeine Erläuterung zum Autogenen Training

Allgemein gliedert sich das autogene Training in Formeln, die -nacheinander ausgeführt- auf den Körper und Geist eine gezielte Auswirkung haben: der Körper und Geist kommen zur Ruhe und man erfährt Tiefenentspannung. Je öfter die Übungen wiederholt werden, desto besser stellt sich sowohl der Körper als auch der Geist darauf ein. Aus dem unwissenschaftlichen Blickwinkel habe ich das autogene Training immer als „Yoga für den Kopf“ bezeichnet 🙂 : Je öfter die Übungen wiederholt werden, desto besser werden diese umgesetzt und der Körper – und im Falle des autogenen Trainings auch der Geist – wird fitter und ausdauernder.

Autogenes Training – der Ablauf

Wie läuft nun das autogene Training konkret ab? Tja, wie so oft, gibt es viele Anleitungen, Modelle, Beschreibungen und Ausprägungen. Es sollte, die „Formel“ gefunden werden, die für den eigenen Geist am geeignetsten ist.

Deshalb zunächst – ganz allgemein – ein Grundrezept.

  1. Nehme die eine halbe Stunde oder Stunde Zeit.
  2. Begebe dich an einen ruhigen und ungestörten Ort; höre wenn nötig dabei leise beruhigende Musik oder beruhigende Naturgeräusche.
    • Das Empfinden eines jeden Menschen ist hierbei natürlich unterschiedlich. Manche finden eine Metrofahrt entspannend und schaffen es auch hier zu Ruhe zu kommen, manche brauchen ein abgedunkeltes Schlafzimmer.
  3. Schließe die Augen.

  4. Nun beginnt das eigentliche autogene Training: Wiederhole folgende Formelsätze innerlich so oft und langsam wie es für dich notwendig ist und spüre diese :
    1. Ich bin ganz ruhig.
    2. Mein linker Arm wird schwer.
    3. Mein rechter Arm wird schwer.
    4. Mein linkes Bein wird schwer.
    5. Mein rechtes Bein wird schwer.
    6. Mein linker Arm wird strömend warm.
    7. Mein rechter Arm wird strömend warm.
    8. Mein linkes Bein wird strömend warm.
    9. Mein rechtes Bein wird strömend warm.
    10. Mein Herz schlägt ruhig.
    11. Mein Sonnengeflecht („Torsomitte“) wird strömend warm.
    12. Meine Stirn wird kühl und klar.
  5. Nehme deinen Armen und Beinen nacheinander die Schwere, indem du diese nacheinander bewegst und vor dem Augenöffnen tief ein- und ausatmest.

Das Ziel ist des, das autogene Training so oft durchzuführen, dass die Schritte verinnerlicht werden und allein schon der Gedanke an das autogene Training, das „Programm“ automatisiert ablaufen lässt. Je öfter das autogene Training durchgeführt wird, desto besser und schneller kann sich der Körper auf Erholung und Ruhe einstellen.

So viel zum allgemeinen Ablauf. Natürlich gibt es auch viele „Hilfsmittel“ für die Durchführung: Apps, CDs, MP3 usw. . Hier sollten die eigenen Präferenzen bei der Entscheidung helfen, ob das klassische autogene Training oder eine Fantasiereise (= analoge Durchführung der Schritte, die jedoch in eine Geschichte verpackt werden) mit MP3s bevorzugt wird. Ich persönlich habe mich im Zuge der Vorbereitung für eine Fantasiereise mit einer App entschieden. Die Übungen habe ich während Bahnfahrten durchgeführt. Ziel dieser Fantasiereise war es, nach häufiger Ausführung des Trainings, bereits bei einem Gedanken an den in der Fantasiereise beschriebenen Ort Ruhe zu verspüren – hier kommt auch der springende Punkt für die ganze Geburtsvorbereitung: Während den Eröffnungswehen verspüren wir Frauen sehr starke Schmerzen. Eine häufige Reaktion ist bei Schmerzen zu verkrampfen und sich anzuspannen, da in diesem Moment sehr viel Adrenalin durch den Körper schießt. Hier konnte ich mit dem autogenen Training bzw. mit dem Ergebnis des Trainings ansetzen: Ich dachte an diesen Ort in der Fantasiereise – und siehe da, die Schmerzen wurden erträglich.

Das Ganze mag auf den ersten Blick sehr esoterisch klingen. Das autogene Training ist jedoch wissenschaftlich belegt und hat bei einem sehr pragmatischen und nüchternen Menschen wie mir geholfen – deshalb ein ganz klarer besonderer Tipp von mir! Ausprobieren!

Bis bald!

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